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Eisklettern in Island mit Álvaro Morán
Von Gletscherhöhlen bis zu überhängenden Eiswänden — ein Eiskletterer mit 10 Jahren Erfahrung erklärt, was es braucht, um Islands anspruchsvollstes gefrorenes Terrain zu bewältigen.
Lerne Álvaro Morán kennen
Mit gerade einmal 30 Jahren hat Álvaro Morán bereits ein Jahrzehnt damit verbracht, die Grenzen des Eiskletterns und des alpinen Bergsteigens auszuloten. Mit Sitz in Spanien verbringt er jede Wintersaison mit Expeditionen in die anspruchsvollsten gefrorenen Landschaften Europas — von den gewaltigen Eisfällen Norwegens bis zu den Mixed-Routen in der Schweiz, Italien und Frankreich. Seine Leidenschaft führte dazu, dass er Spaniens ersten umfassenden Eiskletterführer verfasste, der die gefrorenen Wasserfälle und Rinnen der Gebirgszüge Zentralspaniens abdeckt.
In diesem Jahr richtete er seinen Blick auf etwas völlig anderes: Island. Das Land aus Feuer und Eis stand schon lange auf seiner Liste, und die Aussicht, auf Gletschereis zu klettern — eine Stilrichtung, die sich grundlegend von allem unterscheidet, was man auf dem europäischen Festland findet — war zu verlockend, um sie zu ignorieren.
Warum Island? Die Anziehungskraft von Gletschereis
Islands Gletscher bieten ein Klettererlebnis, das es so auf dem europäischen Kontinent kein zweites Mal gibt. Während alpines Eisklettern in den Alpen oder in Skandinavien typischerweise gefrorene Wasserfälle und Couloirs umfasst, ist isländisches Gletschereis ein völlig anderes Phänomen. Das Eis hier ist uralt — über Jahrhunderte verdichtet zu dichten, glasartigen Formationen, die in tiefen Blau- und Türkistönen schimmern. Die Routen sind oft stark überhängend und erfordern explosive Kraft sowie präzise Fußarbeit, was selbst erfahrene Kletterer an ihre Grenzen bringt.
„Wir haben gezielt für diese Reise trainiert“, erklärt Álvaro. „Uns war klar, dass das Klettern in Island extrem körperlich sein würde. Überhängendes Gletschereis begegnet uns zu Hause einfach nicht. Deine Arme ermüden schnell, und jeder Schlag mit dem Eispickel muss sitzen.“ Die Belohnung ist jedoch außergewöhnlich: das Klettern durch geformte Eistunnel, unter gefrorenen, wellenartigen Strukturen und an Wänden, die in einem fast überirdischen Licht schimmern.
Im Inneren des Gletschers: Klettern in einer gefrorenen Kathedrale
Das Betreten eines isländischen Gletschers fühlt sich an, als würde man eine andere Welt betreten. Tageslicht dringt durch das Eis über dir und taucht alles in ein tiefes, fast ätherisches Blau. Die Wände wurden über Jahrhunderte durch Druck und Schmelzwasser zu organischen, fließenden Formen geformt — Grate, Hohlräume und Überhänge, die eine natürliche Kletterlandschaft mit nahezu unendlicher Vielfalt schaffen.
Álvaro beschreibt das Gefühl des Kletterns in diesen Räumen als Ehrfurcht einflössend und elektrisierend zugleich. „Du bist von Tausenden Jahren komprimiertem Schnee und Eis umgeben. Jede Struktur erzählt eine geologische Geschichte. Und dann schlägst du deinen Eispickel hinein und beginnst zu klettern — es ist die intensivste körperliche Erfahrung, die man haben kann.“
Das Team verbrachte mehrere Tage damit, verschiedene Gletscherzungen im Süden Islands zu erkunden und die spektakulärsten Formationen sowie die anspruchsvollsten Linien zu suchen. Jeder Ort bot etwas Einzigartiges — von engen Eispassagen, durch die man sich kaum hindurchzwängen konnte, bis hin zu riesigen Kammern mit bis zu 30 Meter überhängenden Decken.
Kampf gegen die Elemente Islands: Wind, Kälte und Nässe
Wenn das Klettern selbst schon anspruchsvoll ist, fügt das isländische Wetter eine weitere Herausforderung hinzu. Starke Winde fegen ohne Vorwarnung über die Gletscher, die Temperaturen fallen weit unter den Gefrierpunkt, und der ständige Kontakt mit Eis und Schnee bedeutet, dass alles schnell nass wird.
„Die Wahl der Ausrüstung ist absolut entscheidend“, betont Álvaro. „Du bist ständig in Bewegung und schwitzt, aber sobald du anhältst, trifft dich die Kälte sofort. Du brauchst ein System, das beim Klettern atmungsaktiv ist, dich aber vollständig schützt, wenn der Wind auffrischt oder ein Schneesturm aufzieht.“
Für diese Expedition setzte Álvaro die Beyond Nordic BN301v2 Light Weight Shell Jacket als äußere Schicht ein. „Sie war perfekt“, sagt er. „Nicht nur gegen den Wind — die Wasserdichtigkeit ist unglaublich. Mit einer Wassersäule von 20.000 mm hat sie alles abgehalten, was Island uns entgegengeschleudert hat. An einem Tag verbrachten wir vier Stunden damit, einen gefrorenen Wasserfall während eines vollständigen Schneesturms zu klettern. Als wir schließlich abstiegen, waren alle darunterliegenden Schichten komplett trocken. Das sagt alles.“
Unter der Hardshell erwies sich der BN106 Tech Fleece Hoodie als echte Überraschung. „Ich war wirklich beeindruckt von diesem Hoodie“, gibt Álvaro zu. „Er ist unglaublich atmungsaktiv bei intensiver Belastung, bietet aber gleichzeitig echte Wärme. Er ist dehnbar und bequem genug für technische Bewegungen auf Fels oder Eis. Diese beiden Schichten zusammen — BN106 und BN301v2 — sind jetzt meine bevorzugte Kombination bei jeder Bergexpedition.“
Die Kunst des Eiskletterns: Technik trifft Ausdauer
Eisklettern erfordert eine einzigartige Kombination aus technischer Fähigkeit, körperlicher Stärke und mentaler Kontrolle. Im Gegensatz zum Felsklettern, bei dem Griffe statisch und sichtbar sind, ist Eis dynamisch — es bricht, schmilzt und verändert sich mit Temperatur und Sonneneinstrahlung. Das richtige Lesen des Eises ist eine entscheidende Fähigkeit, deren Entwicklung Jahre dauert.
„Jeder Schlag ist eine Verpflichtung“, erklärt Álvaro. „Du musst das Eis lesen — den perfekten Punkt finden, an dem dein Gerät sauber greift, ohne eine große Eisplatte in dein Gesicht zu sprengen. In überhängendem Gelände hast du vielleicht nur zwei oder drei Schläge, bevor deine Unterarme komplett ermüden, daher ist Präzision alles.“ Auch die Fußarbeit ist entscheidend. Moderne Steigeisen verfügen über spitze Frontzacken, die entwickelt wurden, um mit einem präzisen Tritt in hartes Eis einzudringen. Auf Gletschereis — das oft glatter und glasartiger ist als Wasserfalleis — erfordert das Finden sicherer Tritte jedoch viel Gefühl und Erfahrung.
„In Island ist das Eis oft so dicht, dass deine Steigeisen die Oberfläche kaum ankratzen, wenn du nicht kräftig genug trittst. Aber trittst du zu stark, zerstörst du den Tritt. Es ist eine ständige Feinabstimmung.“
Fünf kurze Fragen an Álvaro
Was macht Island im Vergleich zu den Alpen oder Skandinavien einzigartig für das Eisklettern?
Das Gletschereis ist völlig anders als Wasserfalleis. Es ist uralt, verdichtet und unglaublich dicht — du kletterst auf Eis, das Tausende Jahre alt ist, und es hat diese unglaubliche blaue Farbe. Auch die Formationen sind einzigartig: massive Überhänge, Eishöhlen und Tunnel, die man sonst nirgendwo in Europa findet. Und dann ist da noch die Landschaft selbst — vulkanisch, rau und abgelegen. Es fühlt sich an, als würde man auf einem anderen Planeten klettern.
Was ist der größte Fehler, den Kletterer machen, wenn sie zum ersten Mal Gletschereis versuchen?
Zu unterschätzen, wie körperlich anspruchsvoll es ist. Wasserfalleis ist oft vertikal, und man kann auf guten Standplätzen ruhen. Gletschereis ist in der Regel überhängend und anhaltend — es gibt keine Möglichkeit, sich auszuruhen. Wenn du nicht gezielt für steiles, kraftvolles Klettern trainiert hast, werden deine Unterarme sehr schnell versagen. Der andere Fehler ist ein schlechtes Bekleidungssystem. Die Leute ziehen sich entweder zu warm an und überhitzen, oder zu wenig und frieren sofort, sobald sie stehen bleiben. Das richtige Feuchtigkeitsmanagement ist unter den nassen und windigen Bedingungen Islands entscheidend.
Welche Jahreszeit und Bedingungen sind am besten für das Eisklettern in Island?
Spätwinter bis früher Frühling — typischerweise von Februar bis April — bietet die besten Bedingungen. Die Gletscher sind vollständig gefroren und stabil, die Tage werden länger, sodass man mehr Zeit zum Klettern hat, und die Eisformationen sind am besten ausgebildet. Dennoch ist das Wetter immer unberechenbar. Man muss flexibel sein und bereit, Stürme abzuwarten. Wir hatten Tage, an denen wir aufgrund von Wind überhaupt nicht klettern konnten, und andere, an denen die Bedingungen absolut perfekt waren.
Welchen einen Rat würdest du jemandem geben, der Eisklettern ausprobieren möchte?
Beginne mit einem geführten Kurs auf einem einfachen Gletscher oder einem leichten gefrorenen Wasserfall. Eisklettern wirkt einschüchternd, aber die Grundlagen sind gut erlernbar. Konzentriere dich auf ruhige, sichere Fußarbeit — dort haben die meisten Anfänger Schwierigkeiten. Deine Füße leisten den Großteil der Arbeit; deine Arme halten dich im Gleichgewicht. Und investiere von Anfang an in gute Ausrüstung, besonders in deine äußere Schicht. Kalt und nass zu sein ruiniert alles. Warm, trocken und komfortabel zu sein ermöglicht es dir, dich auf das Klettern zu konzentrieren und es wirklich zu genießen.
Was kommt als Nächstes für dich nach Island?
Ich plane bereits die nächste Saison. Norwegen steht immer auf der Liste — es gibt einige unglaubliche Mixed-Routen in Lofoten, die ich ausprobieren möchte. Und ich würde gerne nach Island zurückkehren, mit mehr Zeit, um die nördlichen Gletscher zu erkunden. Jede Reise bringt dir etwas Neues bei, und in jeder Saison ist das Eis anders. Das ist es, was mich immer wieder zurückbringt — jede Klettertour ist wie ein neues Abenteuer.
Eisklettern — Alles, was du wissen musst
Was genau ist Eisklettern und wie unterscheidet es sich vom Felsklettern?
Eisklettern ist das Aufsteigen an gefrorenen Formationen — Wasserfällen, Gletschern und vereisten Felswänden — mithilfe spezieller Ausrüstung: Eisgeräte, Steigeisen und Eisschrauben. Im Gegensatz zum Felsklettern, bei dem Griffe fest und sichtbar sind, ist Eis ein lebendiges Medium. Es verändert sich mit Temperatur, Sonnenlicht und Jahreszeit. Routen, die in einer Woche existieren, können in der nächsten zusammenbrechen. Diese Unvorhersehbarkeit ist Teil der Faszination: Jede Tour ist einzigartig, und das richtige Lesen des Eises ist eine Fähigkeit, die Jahre braucht, um gemeistert zu werden.
Was sind die wichtigsten Arten des Eiskletterns?
Es gibt zwei Hauptdisziplinen. Wasserfalleisklettern (WI) umfasst das Klettern an gefrorenen Wasserfällen und wird von WI1 (flach geneigtes, gut verbundenes Eis) bis WI7 (extrem steil, dünn oder schlecht verbunden) bewertet. Alpines Eisklettern (AI) findet auf Gletschern, Eiskappen und hochgelegenen Couloirs statt, oft in abgelegenen Gebirgsregionen. Eine dritte hybride Form — Mixed-Klettern — kombiniert Eis und Fels auf derselben Route und erfordert den Wechsel zwischen Felsgriffen und Eisplatzierungen, oft innerhalb derselben Seillänge.
Welche Ausrüstung braucht man für den Einstieg?
Zur Grundausstattung gehören ein Paar technische Eispickel (mit gebogenen Schäften für steiles Gelände), steife Bergschuhe mit Steigeisen mit spitzen Frontzacken, ein Klettergurt, ein Helm und Eisschrauben zur Sicherung. Ebenso wichtig ist das Bekleidungssystem: eine feuchtigkeitsableitende Basisschicht, eine isolierende Zwischenschicht wie ein technisches Fleece und eine wasserdichte, atmungsaktive Shell-Jacke. Trocken zu bleiben ist entscheidend — nasse Kleidung bei Minusgraden kann innerhalb weniger Minuten zu gefährlichem Wärmeverlust führen.
Ist Eisklettern gefährlich?
Wie alle Bergsportarten birgt auch das Eisklettern Risiken — herabfallendes Eis, Lawinen, Kälteschäden oder die Folgen eines Sturzes. Moderne Ausrüstung, verbesserte Techniken und bessere Ausbildung haben den Sport jedoch deutlich sicherer gemacht als noch vor einem Jahrzehnt. Der Schlüssel zum Risikomanagement liegt in guter Ausbildung, vorsichtigen Entscheidungen und darin, niemals über das eigene Können hinauszugehen. Der Einstieg mit einem zertifizierten Bergführer oder einem Einführungskurs ist der sicherste Weg.
Wo sind die besten Ziele in Europa?
Europa bietet Eisklettern auf Weltklasseniveau in einer beeindruckenden Vielfalt von Umgebungen. Norwegen — insbesondere Rjukan und die Lofoten — ist berühmt für seine Vielzahl an langen, gut ausgebildeten Wasserfallrouten. Die französischen und italienischen Alpen bieten klassisches alpines Eis im Chamonix-Tal und im Aostatal. Das Gebiet um Kandersteg in der Schweiz ist ein Zentrum für gut zugängliches Wasserfalleis. Schottland bietet anspruchsvolle Mixed-Routen in den Cairngorms. Und Island liefert, wie Álvaros Expedition zeigt, ein völlig einzigartiges Gletschereiserlebnis, das es sonst nirgendwo auf dem Kontinent gibt.
Wie fit muss man sein?
Ein solides allgemeines Fitnessniveau reicht für Einsteigerrouten aus. Mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad wird Eisklettern jedoch extrem anspruchsvoll — insbesondere in Bezug auf Unterarm-Ausdauer, Griffkraft und Ausdauerleistung. Erfahrene Eiskletterer trainieren häufig mit Klimmzügen, Dead Hangs und Campusboard-Übungen. Auch Rumpfstabilität ist wichtig, um Körperspannung in steilem Gelände zu halten. Dennoch ist Technik deutlich wichtiger als reine Kraft: effiziente Fußarbeit und präzise Platzierungen sind immer überlegen gegenüber bloßer Kraftanstrengung.
Wann ist die beste Jahreszeit für das Eisklettern?
In den meisten europäischen Regionen erstreckt sich die Hauptsaison von Dezember bis März, wenn anhaltend kalte Temperaturen stabile Eisformationen gewährleisten. Die Spätsaison (Februar–März) bietet oft die beste Kombination aus gut aufgebautem Eis und längeren Tageslichtstunden. Gletscherdestinationen wie Island verlängern die Saison bis in den April. Die Bedingungen können jedoch von Jahr zu Jahr stark variieren, abhängig von Temperatur und Niederschlag, daher ist es entscheidend, lokale Verhältnisse zu prüfen und sich vor jeder Tour mit erfahrenen Guides abzustimmen.
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